Dienstag, 23. Januar 2018

Patchworkdecke aus Charm Packs

Ein harmonisches Stückwerk in Braun-Creme-Blau sollte es werden.
Eine Decke für eine Freundin, die Blautöne liebt, ein weißes Sofa und dunkle Holzmöbel hat. Und so war von Anfang an klar, dass dies nicht aus meinen eigenen BW-Resten zu realisieren ist. Außerdem hätte die Zeit von der Idee bis zur Fertigstellung nicht gereicht, um so viele gleichmäßige Quadrate zuzuschneiden. Also habe ich mich erstmals bei den Quiltshops im Internet umgetan und schließlich bei Stoffschnecke diese wunderschönen Charm Packs bestelllt. Die messen übrigens 5x5 inch (12,5x12,5 cm).
Da mir als Quilt-Laie auch die Vorstellung fehlte, wie viele dieser kleinen Stoffstapel ich für welche Deckengröße brauche, wurde es am Ende knapp. Einige passende Stoffreste sind als Ergänzung aus meinem Fundus dazu gekommen, wie zum Beispiel die kleinen Blüten und die Punkte.
 

Ich habe dann vierzig Windmühlen-Blöcke genäht. Die einzige Regelmäßigkeit bestand darin, immer ein helles und ein dunkles Dreieck abwechselnd aneinander zu setzen.

Da die Decke nicht nur auf dem Sofa, sondern auch auf dem Balkon zum Einkuscheln genutzt werden soll, entschied ich mich für einen Fleece-Hintergrund. Das Material hat sich schon bei meiner blauen Patchworkdecke bewährt.Gequiltet habe ich nur auf den cremefarbenen Verbindungsstreifen mit der Maschine.

 Für das Binding habe ich einen passenden halben Meter aus meinem Stoffvorrat verwendet und nach diesem Tutorial mit beidseitigen Briefecken gearbeitet.
 

Auf der Vorderseite habe ich den Randstreifen mit der Maschine angenäht und hinten auf dem Fleece unsichtbar mit der Hand befestigt.
 
6,80m Handnaht - damit habe ich meinen Sonntag verbracht... Und ganz nebenbei die wunderbaren Podcast-Episoden von Muriel (Nahtzugabe5cm) gehört. Ich empfehle unbedingt, da einfach mal reinzuhören.
 


Rund 14 Tage lang habe ich an der Decke gearbeitet, die jetzt 1,35m x 2,05m groß ist und nun bin ich sehr froh, pünktlich fertig geworden zu sein, denn morgen ist der Geburtstag.
Bevor ich das gute Stück nun aus den Händen gebe, schicke ich es noch beim Creadienstag vorbei.

Freitag, 19. Januar 2018

Restefest

So nennt sich eine Bloggeraktion, die Marion (Kunzfrau-Kreativ) ins Leben gerufen hat.
Ja genau, ich finde sie so nervig, diese Schnipsel und Streifen, diese Stücke und Stückchen, die mit weniger als 50 oder 30 Zentimetern zu keinem eigenständigen Kleidungsstück für Erwachsene mehr werden. Wie zum Beispiel dieses Häufchen von den beiden Rauten-Sweatshirts. Ich kann das aber einfach nicht wegschmeißen...
Denn andererseits liebe ich es, für Details wie Taschen, farbig abgesetzte Paspeln, Besätze, Bündchen oder breite Saumabschlüsse in meinen Restekisten zu wühlen. Fast immer förde ich dann etwas Passendes zu Tage. Ob eine Kosmetiktasche für eine liebe Kollegin, ein Sorgenfresser für die Nichte, eine Halssocke für den Bruder oder eine winzige Pumphose für ein Baby in der Verwandschaft  - auch dafür findet sich bei mir immer ein Rest. Das Problem:  Es sind zu viele - zu viele Restekisten. Ich fürchte, ich habe sogar mehr Reste als Stoffe im Lager:
 
In den Pappkartons mit Deckel sind Reste von Nähprojekten. Sortiert nach Jersey, Baumwolle weiß, Baumwolle farbig und eine Box für diverse Stoffe (Samt, Poly-Gemische, Seide, Viskose, Wollstoffe etc.) 
die beiden offenen Kisten enthalten sehr kleine BW-Reste bzw. BW-Schnipsel:
 
Nicht fotografiert habe ich die Futterreste, Lederstückchen und Jeansteile.
So, das ist meine Bestandsaufnahme. Für mich Motivation genug, jeden Monat was Vernünftiges aus Stoffresten zu machen und zu schauen, wie die anderen mit solchen Überbleibseln umgehen.


 

Samstag, 13. Januar 2018

Stoffdiät - Endabrechnung

Vor genau einem Jahr rief Frau Küstensocke zur gemeinsamen Stoffdiät auf. Ich war mit meinen 87 Metern keinesfalls die mit den meisten Vorräten. Aber mein Stofflagerplatz ist und bleibt begrenzt, so dass ich vor allem Bestandsstoffe ( projektlose Spontankäufen und Internetschnäppchen) abarbeiten wollte. Sie lagen zum Teil schon viele Jahre bei mir.  Mein Meereskleid und der Hahnentritt-Pulli sind nur zwei Beispiele für gut gelagerte Stoffe, die endlich unter die Nähmaschine kamen.

Neukäufe habe ich mir erlaubt, aber darauf geachtet, dass sie projektbezogen erfolgten, auch wenn sie nicht immer gleich verarbeitet wurden.
Und so ist für mich ist dies die wichtigste Erkenntnis aus der Aktion:
Möglichst keine Neukäufe mehr nach dem Motto "So schöner Stoff, da nehme ich mal anderthalb Meter mit und sehe dann, was  irgendwann daraus wird..."
Vor allem die Deko-BW-Stoffe, die auf diese Art bei mir gelandet sind, habe ich in den letzten Wochen reduziert. Ich habe Tischsets genäht und verschenkt. Solche zum Beispiel:


Noch gibt es allerdings einige "Problemstoffe" im Lager. Wie zum Beispiel dieser Chiffon mit Farbverlauf (2m).
 

Ich finde ihn immer noch wunderschön und habe ihn auch schon oft hin und her drapiert. Aber ich glaube, das sind nicht wirklich meine Farben. Deshalb habe ich mich entschlossen, ihn zu verschenken. Wer also Interesse hat, einfach per Mail melden.

So, nun aber mal konkrete Zahlen.
Die Inventur zu Beginn derStoffdiät im Januar 2017 ergab 87 Meter Stoff (wobei ich alles gezählt habe, was 0,5m und mehr am Stück war)

2017 vernäht: 64,8 m
    verschenkt: 11,5 m

also 76,3 Meter raus aus dem Nähzimmer.

2017 gekauft: 58.5 m

Macht ein Gesamtminus von 17,8 m.

Es geht in die richtige Richtung, wenn auch nur langsam. Im Januar 2018 sind also noch 69,2 m Stoff  im Lager. Davon sind aber 16,8 m bereits konkreten Projekten zugeordnet und fest für 8 Kleidungsstücke verplant. Zum Beispiel diese beiden italienischen Designerstoffe, die bei Karstadt auch noch um die Hälfte reduziert waren:

Die silbergrauen Motten sollen ein schlichtes kurzes Jäckchen werden und die blauen Glanzkäfer ein schmaler Rock. Den habe ich heute sogar schon zugeschnitten (sind also nochmal 70cm raus aus der Statistik 👍)
Wenn alle Nähpläne aufgehen, dann müsste ich bei rund 50 Metern Stoff angekommen sein. Das wäre eine Größenordnung, mit der ich leben könnte. Und so besteht mein Ziel dieses Jahr darin, keine neuen Stoffe mehr lange zu lagern, sondern nur zu kaufen, was zu konkreten Ideen gehört und das dann auch bald zu vernähen.
Welche Bilanz die anderen Mitstreiterinnen ziehen,  könnt ihr bei Frau Küstensocke nachlesen, genauso wie die Tatsache, dass sie unglaubliche 266 Meter Stoff in einem Jahr vernäht hat.

Dienstag, 9. Januar 2018

Rauten-Sweat

Ein herrlicher Sweatstoff mit aufgesteppten Rauten hatte es mir auf dem Stoffmarkt im Herbst angetan. Ich habe knapp 3 Meter gekauft für zwei Pullis.
Dieser ist zwischen Weihnachten und Neujahr fürs Tochterkind entstanden. Nach einem einfachen Burda-Raglanschnitt Modell 114 aus Burda 10/2016.
 
Schlicht und völlig ohne Schnickschnack - das Mädchen wollte es genau so. Die Bilder entstanden übrigens während einer bemerkenswerten Ausstellung im Hygienemuseum Dresden "Das Gesicht". Sie läuft noch bis Ende Februar. Wer also in der Nähe ist - eine unbedingte Empfehlung.
Die zweite Version ist derselbe Schnitt in Croped-Version für die Freundin des Sohnes:
Für Paspel, Halsbündchen und Bändchen habe ich die letzten Fitzelchen eines schönen Jerseystoffes verwendet. Für mich wieder einmal die Bestätigung, dass es sich lohnt, auch kleine Stoffreste aufzuheben. Den spitzen Rückenausschnitt mit Schleife habe ich nach dem Vorbild eines Kaufpullis gearbeitet.

Zusammenfassung:
Stoff : Sweat mit Rautenmuster vom Stoffmarkt je 1,30m  
Schnitt:  Burda Modell 114 aus 10/2016 Größe 36, Ärmel um 4cm verlängert
Fotos: von mir
Verlinkt bei Creadienstag

Mittwoch, 3. Januar 2018

Lieblingsstücke 2017

Mich auf ein Teil zu beschränken, schaffe ich nicht. Hier also meine drei Lieblingsstücke des vergangenen Jahres, die ich heute beim MeMadeMittwoch präsentiere :

1. Mein dunkelblauer Trenchcoat


Er ist sicher das aufwändigste Kleidungsstück gewesen. Der Entstehungsprozess zog sich über Monate. Laut meiner Strichliste habe ich rund 26 Stunden daran gesessen. Jede Minute hat sich gelohnt, denn ich liebe diesen Mantel und habe ihn im Spätsommer und Herbst ganz oft getragen.

2. Mein Burda-Flechtkleid

Dieses Teil hat meine Geduld wirklich arg strapaziert. Doch es ist ein wahrer Sommerliebling geworden, für den ich viele Komplimente bekommen habe. Zudem stammt der schöne Stoff von einer Tauschaktion mit Frau Küstensocke. So ist Antje immer ein wenig mit von der Partie, wenn ich dieses Kleid trage.

3. Mein "Hermès"-Rock

Nachdem der Stoff jahrelang in meinem Lager auf seine Bestimmung warten musste, entpuppte er sich als Allrounder für viele Gelegenheiten und fast alle Wetterlagen. Nur bei über 30°C oder unter Null Grad ziehe ich ihn nicht an. Ansonsten ist er kombifreundlich mit Shirt und Sommerjäckchen oder grobem Strickpulli und Wintermantel. Er passt zu Stiefeln und Sandalen. Den Rock habe ich in allerbester Gesellschaft bei einem Nähwochenende am Fuße einer alten sächsischen Ritterburg genäht. Die schönen Erinnerungen daran machen ihn zum Lieblingsstück und der Umstand, dass ich darin zum allerersten Mal beim MMM vortanzen durfte.

Und 2018? Da will ich weiter mein Stofflager verkleinern und auch künftig mit Bedacht nur für konkrete Projekte neue Stoffe kaufen. Diese dann aber in guter Qualität. Unbedingt will ich mich mal an eine Hose trauen. Außerdem würde ich gerne mal was für meinen Mann nähen. Mal schauen, ob alles wird.