Mittwoch, 30. September 2015

Gepunktet

Ein schnelles Oberteil, das momentan gut in meine Sommer-Herbst-Übergangsgarderobe passt:

Genäht habe die Bluse schon vor zwei Monaten (Ihre werdet sie sicher schon auf meinem Profilbild gesehen haben). Sie entstand nach diesem Burda-Schnitt
115 0414 B
Der lässig-elegante Stil hat mir sofort gefallen aber die Länge geht gar nicht! Deshalb habe ich knapp 10 cm zugegeben. Und warum in der hintern Mitte eine (ganz gerade) Naht ist, habe ich auch nicht verstanden. Ich habe das Rückenteil im Stoffbruch zugeschnitten. Ich habe dünnen Baumwollstoff mit einer leicht schimmernden/glatten Oberfläche verwendet. Der Stoff sollte wirklich eine glatte, fliesende Textur haben, damit das obere Vorderteil nicht auf dem unteren "kleben" bleibt, sondern bei Bewegungen wieder in die Ausgangsposition rutscht. Insofern schadet ein wenig Polyester sicher nicht...
Ich liebe die Bluse und trage sie oft, sie hat auch beim Nähen Wiederholungspotential! Ein weißes Stöffchen liegt schon hier, wird wohl aber erst für den nächsten Frühling genäht. Mal sehen, ob das dann auch so bügelintensiv ist ;)

Zusammenfassung:
Stoff: 1,20m Schlussverkaufsrest BW von Buttinette
Schnitt: 115 aus Burda Style 4/2014, 10 Zentimeter verlängert

Damit bin ich heute beim MMM dabei, wo sich Muriel von Nahtzugabe5cm in einem tollen Anlass-Kleid präsentiert.

Mittwoch, 23. September 2015

Let's dance

Seit meiner Tanzstundenzeit, die schon mehr als dreißig Jahre zurückliegt, liebe ich das Tanzen! Und weil ich das oft und gern mit meinem Mann tue, braucht Frau hin und wieder ein neues Kleid: Schick aber nicht zu aufgebrezelt, mit reichlich Bewegungs-Spielraum, luftig und pflegeleicht (sprich waschmaschinentauglich). Et voilà - hier ist es, mein Tanzkleid:

Der Stoff ist ein Jersey-Rapport, den es nur in 90cm-Abschnitten gab. Obwohl ich eigentlich gleich wusste, dass mir das zu kurz wird, habe ich ihn gekauft. Ich fand ihn einfach zu schön - da setzt dann wohl hin und wieder der Verstand aus. Die Lösung des Problems war dann ein farblich passendes Jersey-Stück aus meiner Restekiste. Das habe ich unten als eine Art Bund angesetzt.

Ansonsten ein schnell genähtes, simples Teil (mit lediglich zwei Abnähern im Rücken), das ich meist mit einem kleinen Bolero (gekauft) trage.
Zusammenfassung:
Schnitt: Simplicity/Meine Nähmode 2/2014 Modell 16 verlängert und ohne vordere Abnäher
Stoff: Jersey vom Stoffmarkt

Und damit "tanze" ich heute zum MeMadeMittwoch, wo Karin von Dreikah heute mit einem schönen Wickelkleid den Herbstanfang feiert.

Montag, 21. September 2015

WJSAL 15/1

Ein Mantel fürs Kaninchenfell
Ich freu mich sehr, das erste Mal bei einem Sewalong mitzumachen.

Das hier ist die Grundlage für meine Gedanken zum Mantel:

Ein toller kuschliger Loop-Kragen aus braunschwarzem Kaninchenfell, den ich im Februar von meiner Freundin geschenkt bekam. Sie hat ihn selbst genäht, nachdem sie ihrem Nachbarn nach dem Karnickel-Schlachten das Fell abgeschwatzt hatte (er hätte es wahrscheinlich entsorgt). Ich habe das gute Stück aber noch nicht oft getragen - erstens war der Winter dann schnell vorbei und zweitens war das bei meiner warmen Jacke und meinem Mantel immer ein ziemliches "Gewurschtel" am Hals in Verbindung mit den jeweiligen Kragen. Also: ICH BRAUCHE EINEN KRAGENLOSEN MANTEL! Und zum schicken Fell soll es ein femininer, körperbetonter Schnitt sein.
Schnell landete ich bei meiner Suche bei Vogue 8346 (und da war ich offenbar nicht die einzige...) - feminin ja, aber ich will ja keinen Kragen und nicht so viele Knöpfe (sprich Knopflöcher)!
Bildergebnis für vogue 8346
Dann fand ich Butterick 6141, bei dem der kleine Stehkragen perfekt ist, aber die aufspringenden Falten??? Sieht das dann bei mir auch so gut aus wie auf dem Foto? Oder stehen die dann in der Taille vielleicht merkwürdig ab? Ich war unsicher.
Schließlich war ich wieder bei Vogue - diesmal die  9040
Bildergebnis für vogue 9040

Und hier bleibe ich auch, ich werde das Kurzmantel-Modell nähen ohne den Bubikragen. Fünf Knöpfe sind gerade noch vertretbar, vielleicht rette ich mich auch mit großen Druckknöpfen. Ich finde neben der herrlich taillierten Form die Taschenlösung besonders schön.

Stoff liegt hier schon seit Juli - ein ganz feiner Wollstoff, der bei Karstadt von 29 € auf unglaubliche 3,49€ gesenkt war! Die Verkäuferin kommentierte mein erstauntes Nachfragen mit den Worten "ja wir haben doch schon Sommerschlussverkauf und der liegt hier noch von der letzten Wintersaison" Die Farbe würde ich als schwarz-braun-meliert bezeichnen (also mehr schwarz als braun - hab ich auf dem Foto leider nicht hinbekommen)
Nun aber schnell damit zu den anderen Inspirationen - ich bin bestimmt die letzte und bedanke mich bei Karin und Lucy  fürs Organisieren und dafür, dass sich Bummlerinnen wie ich heute noch einreihen dürfen. Alle Jacken- und Mantel-Inspirationen für den WJSAL15 findet Ihr hier beim MMM   
  

Mittwoch, 16. September 2015

Wildleder-Fake-Kleid

Das Wetter ist so gnädig! ...und erlaubt mir, mein Sommerlieblingskleid noch ein Stück in den Herbst zu retten. Tatsächlich bin ich damit, ergänzt durch den passenden Cardigan, heute genau richtig angezogen.

















Genäht habe ich das Kleid bereits im Juli - nach diesem Schnitt in der Burda 2/2011                                    

Burda empfiehlt, das Kleid aus Ziegenleder zu nähen (was auf dem Foto super aussieht). Ich habe auch im Internet gute Lederanbieter gefunden, mich aber letztlich doch nicht getraut. Dafür war ich mir zu unsicher, ob das mit dem Schnitt alles funktioniert, denn wenn man Ledernähte wieder auftrennen muss, bleiben halt Löcher.
Und dann fand ich es auch wegen der Reinigung nicht so praktisch. Mal schnell waschen, trocknen und wieder anziehen - das hat im Sommer schon was für sich. Also habe ich mich für ein jerseyähnliches Wildlederimitat entschieden - irgendwie Polyester mit Lycra.

Beim Transportieren des Stoffes war meine Nähmaschine zuerst ein wenig bockig. Dann habe ich mir Streifen aus Seidenpapier geschnitten und beim Nähen untergelegt - das ging gut. Allerdings war es ein wenig friemelig, dass Papier wieder von der Naht abzubekommen. Dafür musste ich nichts versäubern und auch die Ärmelausschnitte habe ich nur gerade abgeschnitten und nicht gesäumt (wäre beim Ledermodell auch so gewesen).


 Allerdings sah das Kleid so pur ein bisschen langweilig aus (habe leider vergessen, ein Foto zu machen). Also bin ich mit dem Kleid in meinen kleinen Lieblingsstoffladen gezogen und habe den grau-bunten Blumenstoff (auch mit Stretch-Anteil) ausgesucht.

Damit das Kleid nicht "klebt" und an den Beinen hochkrabbelt, trage ich es übrigens mit einem Unterkleid.






Die untere Kante des Belegs am Kragen hatte ich ursprünglich einmal umgeschlagen und abgesteppt. Das drückte sich aber von innen quer über die Brust nach außen durch. Also habe ich nur mit Zickzack versäubert, was jetzt von innen nicht so topp aussieht............

aber außen ist es schick:

Hier noch die kompletten Innenansichten:

Hier seht Ihr nochmal die Nahttaschen. Ansonsten ließ es sich sehr leicht nähen. Ich habe im Oberteil eine 38 und ab der Taille abwärts eine 40 zugeschnitten. Passt sehr gut. Die Querteilung/Naht auf Höhe der Taschen (sieht man oben bei der Schnittzeichnung gut) habe ich weggelassen. Die war sicher nur wegen der viel kleineren Lederstücke vorgesehen, die man lauf Burda verwenden sollte.  



Der Cardigan entstand nach einem Lieblingskaufteil, das ich jetzt endlich wegen unübersehbarem Pilling ausrangieren musste. Ich habe die alte Jacke sorgfältig an den Nähten auseinander geschnitten und als Schnittmuster verwendet. Ging ohne Probleme. Danach flogen die Teile in den Müll, bis auf das Label. Das habe ich gerettet und an den Schalkragen der neuen Jacke außen aufgenäht - als Erinnerung an das gute alte Stück, welches ich so geliebt habe!










Zusammenfassung:
Kleiderschnitt: Modell 117 Burda 2/2011
Stoff: dehnbares Lederimitat vom Stoffmarkt 16€/m
Cardiganschnitt: von einer Kaufjacke
Stoff: dünner Strickstoff (Poly-irgendwas) vom Stoffmarkt 8€/m         

Und nun muss ich demnächst mal probieren, ob das Kleid auch mit Stiefeln geht... Denn farblich könnte man mit dem Altrosé-Ton ja durchaus noch ein wenig in den Herbst hinein kommen.
Und jetzt schaue ich beim MMM vorbei. Dort lädt heute Dodo mit einem ganz tollen Strickmantel zum Nähtreff.




Mittwoch, 9. September 2015

Schwalben ziehen...


...oder sind das vielleicht gar keine Schwalben auf meinem Top, sondern eher Spatzen? Wie dem auch sei, nachdem es hier zwischendurch schon mal herbstlich frisch und ungemütlich war, darf es heute noch einmal ein Sommer-Outfit sein. Frau Crafteln spricht mir mit ihrem Hang zum Spätsommer aus dem Herzen! Und so bin ich heute morgen aus dem Haus gegangen, allerdings mit einer kuschligen Strickjacke darüber:







Unter das cremefarbene Chiffonteil mit den dunkelblauen Vögeln habe ich ein schlichtes weißes Top aus Viskosejersey genäht.


Beide Tops haben den gleichen Wasserfallauschnitt und sind nur am Hals miteinander verbunden. Die beiden Rückenteile aus Chiffon sind leicht schräg zugeschnitten, so dass die dreieckige Öffnung entsteht. Das weht sehr schön bei der kleinsten Bewegung. Ich habe das mal so ähnlich bei einer Frau in einem Café gesehen und es hat mir so gut gefallen, dass ich mir den Schnitt dafür so zurecht gebastelt habe.


Das Chiffonteil hat französische Nähte - die habe ich das erste Mal ausprobiert. Und es hat überraschend gut funktioniert. Bei den Armausschnitten habe ich mich mit einem ganz schmalen Rollsaum gequält - per Hand. Ich finde es tragbar, aber das geht wahrscheinlich noch besser.


Die drei Knöpfe sind nur aufgenäht - sie passten so süß und stammen aus dem Nachlass meiner Oma, die auch viel Handarbeiten gemacht hat. Ich freu mich immer, wenn ich für solche alten Dinge noch eine schöne Verwendung finde!




Hier nochmal die Schwalben aus der Nähe:





Schnitt: eigener, nach einem Kaufshirt
Stoff: Viskosejersey und Chiffon von Buttinette
          (Schnäppchen für je 4€ pro Meter)
Knöpfe: eigener Fundus






So, und nun ab zum MMM, dem Mittwochstreff der Näherinnen. Heute lädt Elke ein, die auch noch mal auf Sommer eingestellt ist mit einem großartigen Färbe-Projekt!

Sonntag, 6. September 2015

Jeansverwertung

Zwei schnelle flache Kissen für die nagelneue Holzbank meines Daddys:


Obwohl hier heute mit gerademal 12 °C schon der Herbst Einzug gehalten hat, zeige ich Euch meinen ersten Versuch zum Thema "Jeans-Upcycling". Die beiden 45x45cm großen Kissen entstanden aus alten Jeanshosen und einem Stoffrest von Ikea. Gefüttert sind sie mit Bügel-Vlies 630.
Sie sind schnell unter den Arm geklemmt, wenn meine Eltern einen Wein oder ein Bier in ihrem Garten auf der neuen Holzbank genießen wollen.
Die Vorderseite mit den Streifen ist bei beiden Kissen gleich, hinten unterscheiden sie sich farblich bei den Dreiecken 
                                                                                                                               

Aber "rum wie num" - wir hoffen jetzt noch auf ein bisschen Altweibersommer, damit diese beiden Kissen von meinen Eltern noch gut genutzt werden können. Sie sitzen nämlich hier sozusagen in der ersten Reihe, wenn Vaters Garteneisenbahn fährt. Dafür war es aber heute leider zu ungemütlich.                                                                               


Mittwoch, 2. September 2015

Mohnblumenkleid


Ich freue mich!
Gestern mit dem Blog gestartet und heute das erste Mal beim MeMadeMittwoch dabei – aktiv, denn eigentlich verfolge ich viele MMM-Näherinnen schon still und leise auf ihren Blogs und den Mittwochstreffpunkt selbst lese ich seit Herbst letzten Jahres. Zum Start also mein Mohnblumenkleid.


Ich habe es für den Abiball meines Sohnes im Juli genäht. Nach einem Schnitt aus der Fashion-Style 5/15. Schon im letzten Herbst habe ich mich auf dem holländischen Stoffmarkt in die vielen Fotoprint-Stoffe verliebt. Aber eigentlich bin ich, was Farben und Muster betrifft, eher ein zurückhaltender Typ. Dann blätterte ich durch die Fashion-Style mit den tollen Schnittmustern für solche „Bilder-Stoffe“ und entschied mich schnell für dieses Modell:



Und als die Holländer im Frühling wieder ihre Stände in unserer Stadt aufbauten, habe ich mit der Zeitung unterm Arm nach einem ähnlichen Stoff gesucht. Und ich fand doch tatsächlich genau den gleichen Stoff  - unglaublich!!! – und kaufte einen Rapport (1,40m) der veredelten Baumwolle (mit Elastan-Anteil). Das Kleid war nicht schwer zu nähen, es besteht aus zwei Rücken- und einem Vorderteil und nur wenigen Abnähern, damit das Motiv möglichst erhalten bleibt. Ich habe meinen Maßen entsprechend Größe 40 gewählt, musste allerdings im Brust- und Taillenbereich etwas Weite rausnehmen und habe den Brustabnäher leicht nach oben versetzt und verbreitert, da es bei der ersten Anprobe am Träger (Armausschnitt) Falten schlug.Ganz habe ich die auch nicht wegbekommen wie man auf den Fotos sehen kann, wenn man ganz kritisch hinschaut:
Ich habe den Saum unsichtbar mit der Hand gearbeitet und die Länge kniebedeckend gewählt, weil es die Eleganz des Kleides unterstreicht.
Obwohl in der Schnittbeschreibung von einem Rapport die Rede ist (er reicht auch aus), stellte ich fest, dass das Modell in der Fashion-Style aus zwei Stoffstücken genäht wurde, da es hinten auch orange/rot/braun aussieht. Die Farbe der Mohnblumen verläuft aber beim Originalstoff zur rechten und linken Webkante hin ganz hellrosé/weiß bzw. pink/braun. Ich habe das Vorderteil in der Stoffmitte zugeschnitten und die Rückenteile jeweils am Webkantenrand. Deshalb sieht meine Rückenansicht auch so aus.
Trotz dieser ungewöhnlichen Optik war bis hierhin alles gut. Dann aber kam das Aha-Erlebnis beim Rückendekollté. Statt des Bindebandes wollte ich mit einem schmalen Riegel arbeiten, um "den BH-Verschluss zu verdecken" (Zitat Modellbeschreibung). Haha!!! Von wegen - BH-Verschluss an dieser Stelle!? Das Model in der Zeitung trägt garantiert keinen BH, denn an dieser Stelle sitzt der niemals, was ich aber auch erst beim Probieren des Kleides gesehen habe! Hier der Vergleich:
Was also tun? Dort unten, wo der BH-Verschluss zu sehen ist, wollte ich keinen Riegel hinsetzen (da hätte man auch den Ausschnitt weniger tief wählen können). Also die Rückenansicht so lassen und auf den BH verzichten? Könnte man, denn das Kleid ist komplett gefüttert. Aber da ich mich „oben ohne“ nicht wohl fühle, habe ich nach einer Alternative gesucht und 30 € in zwei selbstklebenden, mit Stoff bezogenen BH-Schalen eines renommierten Unterwäscheherstellers investiert. Mein Fazit nach anfänglicher großer Skepsis: funktioniert wirklich und hält den ganzen Abend (auch beim Tanzen) und ist wieder verwendbar! Stolz bin ich auf den gelungenen seitlichen Naht-Reißverschluss.














Zusammenfassung:
Ein Schnitt, den ich empfehlen kann - ich selbst würde ihn auch noch einmal nähen.

Schnitt: Modell 18 - Fashion Style 5/15
Stoff: holländischer Stoffmarkt (18€)
Elastisches Wirkfutter: Karstadt (10€)
Nahtverdeckter Reißverschluss (3€)     

Und jetzt stell ich mich erstmals in die Reihe der MMM-Näherinnen - juhuu!