Donnerstag, 22. Februar 2018

Glanzkäfer

 
Sehr selten tummeln sich auf meinen Kleidungsstücken irgendwelche Tiere. Aber als ich diesen Glanzkäferstoff entdeckte, war ich hin und weg.
Ich kaufte 70 Zentimeter von dem sündhaft teuren (aber zum Glück reduzierten) italienischen Designerstoff (ein synthetischer Jacquard) für einen schmalen Rock.
Das unelastische, steife, mit Metallfäden durchwirkte Material lies es schon ahnen - das verzeiht keine Nähfehler, wird nicht alltagstauglich und möglicherweise auch nicht bequem. Aber es wird ein besonderes Teil. Also entschied ich mich für einen bereits hier erprobten Schnitt ohne Schnickschnack und mit wenigen Teilen: Meine Nähmode 5/2014 Modell 35 in Größe 40.
Ich habe das Vorderteil in einem Stück zugeschnitten und zwei Abnäher eingefügt.
Sofort nach dem Zuschneiden versäuberte ich alle Kanten mit einem Overlock-Stich, weil sich der Stoff schon bei geringsten Bewegungen aufzulösen schien.
 
Danach aber lies er sich überraschend gut nähen und bügeln. Ein leuchtend blauer Futterrest fand sich in meinem Lager und für den Beleg am Bund nutzte ich ein Reststück farblich passende Baumwolle, da die doppelte Lage Glitzerstoff zu fest und "brettig" geworden wäre.
 
Gleich beim ersten Anlauf gelang der nahtverdeckte Reißverschluss. Auch der Schlitz klappte problemlos und gewährt die nötige Beinfreiheit.
 
 Ich habe mich für eine knieumspielende Länge entschieden, die ich mit der Hand gesäumt habe. Und nun freue ich mich über einen auffälligen Rock für besondere Anlässe.
Kombiniert mit einem schlichten Feinstickpulli hatte er übrigens am vergangenen Wochenende beim Max-Raabe-Konzert Premiere. Und der Rock ist wider Erwarten recht bequem - 2 Stunden sitzen war kein Problem.

 
Übrigens war das ungewöhnliche Design Anlass für mich, mal zu schauen, welche glänzenden Krabbeltiere es in Natura gibt: Grüne und blaue Blattkäfer, metallisch schimmernde Rosenkäfer, Scheinbockkäfer, goldene und blaue Laufkäfer, gestreifte Kartoffelkäfer... Die sind jetzt alle auf meinem Rock, herrlich.

Zusammenfassung:
Stoff : italienischer Designerstoff von Karstadt (39€/m auf 19€ reduziert)
           Polyesterfutter aus dem Stofflager  
Schnitt:  Meine Nähmode 5/2014 Modell 35, Größe40
Fotos:mein Mann und die Tochter 
Verlinkt mit RUMS 

Dienstag, 13. Februar 2018

Restefest - erste Werke

Marion von kunzfrau-kreativ  lädt in diesem Jahr regelmäßig zum Restefest ein. Und da ich bekennende Restesammlerin bin, mache ich mit. Als erstes habe ich mal in der Jeanskiste gewühlt, denn schon lange wollte ich die Chobe-Bag von EllePuls nähen.

Das Schnittmuster ist gut erklärt, Schritt für Schritt mit Fotos bebildert und es gibt auch einen Plan zum Vergrößern oder Verkleinern. Wer ein kleines bisschen Näherfahrung hat, kommt damit gut zurecht - allerdings ist es kein Husch-Husch-Projekt. Nach geduldigem Handnähen hat man aber dann auch einen recht ordentlich aussehenden Henkel.

Ich werde die Tasche verschenken. Da das Geburtstagskind die Farbe Rosa liebt, sind die Nähte entsprechend abgesteppt und auch das Innenleben ist rosa gepunktet.
Leder, Jeans, BW-Futter allesamt Reste und so passt die Tasche heute gut zum Restefest.

Außerdem ist eine Babydecke (1,10x1,35) fertig geworden - auch aus BW-Resten.

Einige Raritäten sind dabei, wie dieser uralte Bärchenstoff, der von einer Kinderdecke aus den 70er Jahren stammt oder dieses einzelne Ikea-Vögelchen.
 
Die Rückseite ist ein butterweiche Fleece in einem schönen Vanillegelb, den ich allerdings neu dazu kaufen musste.

Und inspiriert von den anderen Teilnehmerinnen bei der Reste-Bloggeraktion habe ich mich auch mal an Vögeln und Federn versucht:
 

Das ist mir dann aber doch zu aufwändig! So wird es wohl beim Versuch bleiben, denn für diese Puzzelei fehlt mir echt die Geduld. Um so größer ist mein Respekt vor der Arbeit der anderen (schaut mal hier und hier), die gleich ganze Vogelschwärme patchworken. 

Bei der Resteverwertung geht es naturgemäß mühsam und in kleinen Schritten voran, aber ich bleibe dran und verlinke meine "Kleinigkeiten" beim Restefest und beim Creadienstag.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Alles nur geklaut...


...ja, ich habe meine derzeitige Lieblingsjacke abgekupfert - von einem namhaften und nicht gerade preiswerten Modelabel. Angefangen hat es mit diesem Bild in der Umkleidekabine:
Schon im Herbst  hatte ich mich schwer in diese Jacke verliebt, fand den Preis aber ziemlich hoch. Es war ja dann doch eine recht schlichte Kapuzen-Sweatjacke mit Raglanärmeln, allerdings mit einer Besonderheit: die überlangen Strick-Bündchen.
Na, das kann ich doch selbst machen! Klar, so dachte ich schon oft, aber diesmal habe ich das Projekt wirklich in Angriff genommen. Ein geeigneter Schnitt war schnell gefunden: Modell 17 aus FashionStyle 4/2017
 
Die seitlichen Eingrifftaschen habe ich mit farblich passendem dünnen BW-Jersey gearbeitet. Damit habe ich auch die Kapuze gefüttert, denn mit doppeltem Sweat wäre die wohl zu schwer geworden und hätte nach hinten gezogen.
 
Die ursprüngliche Kauf-Jacke war verschlusslos; ich habe mich für 3 große Druckknöpfe entschieden, auch wenn ich sie meist offen trage. Sie ist ungefüttert, hat aber vorn ordentliche Belege.
 
Blieb für mich als Nichtstrickerin das Problem der 21 cm langen Strickbündchen. Ich habe hellgraue Alpaka-Wolle gekauft, die Breite der Ärmel kurz unterhalb des Ellenbogens ausgemessen und die Dinger bei meiner Mutsch in Auftrag gegeben. In Nullkomanix waren die Bündchen fertig. Danke nochmal, liebe Mum!

Weil ich die Jacke normal in der Maschine waschen wollte und Angst um die feine Wolle hatte, habe ich kleine Druckknöpfe angenäht. So kann ich die Bündchen jetzt abmachen und mit der Hand waschen.
 
Und da ich noch Jersey von der Innenkapuze habe, werde ich eine dünne Bündchenversion für Frühjahr und Sommer nähen - auch zum Einknöpfen.

Ich trage die Jacke gerade sehr oft (im Moment mit Winterjacke drüber) und bin ganz happy mit dem "geklauten" Teil, zumal meine neuen Sneaker perfekt dazu passen. Als ich die Entstehungsgeschichte einer Kollegin erzählte, zitierte sie eine alte Tante aus Süddeutschland: "Mit de Aug' derf ma schdele"...

Und nun geselle ich mich zu den Selbermacherinnen, die sich heute mal wieder beim MeMadeMittwoch treffen. Dort begrüßt uns heute übrigens Dodo mit einem traumschönen langen Rock - ach, ich liebe ihren Style, schaut unbedingt mal vorbei.
Zusammenfassung:
Stoff : Sweat mit Strickmusteroptik vom Stoffmarkt, Jerseyrest aus dem Bestand
           Alpaka-Wolle (100g) 
Schnitt:  Modell 17 aus Fashion-Style 4/2017
Fotos:mein Mann

Dienstag, 23. Januar 2018

Patchworkdecke aus Charm Packs

Ein harmonisches Stückwerk in Braun-Creme-Blau sollte es werden.
Eine Decke für eine Freundin, die Blautöne liebt, ein weißes Sofa und dunkle Holzmöbel hat. Und so war von Anfang an klar, dass dies nicht aus meinen eigenen BW-Resten zu realisieren ist. Außerdem hätte die Zeit von der Idee bis zur Fertigstellung nicht gereicht, um so viele gleichmäßige Quadrate zuzuschneiden. Also habe ich mich erstmals bei den Quiltshops im Internet umgetan und schließlich bei Stoffschnecke diese wunderschönen Charm Packs bestelllt. Die messen übrigens 5x5 inch (12,5x12,5 cm).
Da mir als Quilt-Laie auch die Vorstellung fehlte, wie viele dieser kleinen Stoffstapel ich für welche Deckengröße brauche, wurde es am Ende knapp. Einige passende Stoffreste sind als Ergänzung aus meinem Fundus dazu gekommen, wie zum Beispiel die kleinen Blüten und die Punkte.
 

Ich habe dann vierzig Windmühlen-Blöcke genäht. Die einzige Regelmäßigkeit bestand darin, immer ein helles und ein dunkles Dreieck abwechselnd aneinander zu setzen.

Da die Decke nicht nur auf dem Sofa, sondern auch auf dem Balkon zum Einkuscheln genutzt werden soll, entschied ich mich für einen Fleece-Hintergrund. Das Material hat sich schon bei meiner blauen Patchworkdecke bewährt.Gequiltet habe ich nur auf den cremefarbenen Verbindungsstreifen mit der Maschine.

 Für das Binding habe ich einen passenden halben Meter aus meinem Stoffvorrat verwendet und nach diesem Tutorial mit beidseitigen Briefecken gearbeitet.
 

Auf der Vorderseite habe ich den Randstreifen mit der Maschine angenäht und hinten auf dem Fleece unsichtbar mit der Hand befestigt.
 
6,80m Handnaht - damit habe ich meinen Sonntag verbracht... Und ganz nebenbei die wunderbaren Podcast-Episoden von Muriel (Nahtzugabe5cm) gehört. Ich empfehle unbedingt, da einfach mal reinzuhören.
 


Rund 14 Tage lang habe ich an der Decke gearbeitet, die jetzt 1,35m x 2,05m groß ist und nun bin ich sehr froh, pünktlich fertig geworden zu sein, denn morgen ist der Geburtstag.
Bevor ich das gute Stück nun aus den Händen gebe, schicke ich es noch beim Creadienstag vorbei.

Freitag, 19. Januar 2018

Restefest

So nennt sich eine Bloggeraktion, die Marion (Kunzfrau-Kreativ) ins Leben gerufen hat.
Ja genau, ich finde sie so nervig, diese Schnipsel und Streifen, diese Stücke und Stückchen, die mit weniger als 50 oder 30 Zentimetern zu keinem eigenständigen Kleidungsstück für Erwachsene mehr werden. Wie zum Beispiel dieses Häufchen von den beiden Rauten-Sweatshirts. Ich kann das aber einfach nicht wegschmeißen...
Denn andererseits liebe ich es, für Details wie Taschen, farbig abgesetzte Paspeln, Besätze, Bündchen oder breite Saumabschlüsse in meinen Restekisten zu wühlen. Fast immer förde ich dann etwas Passendes zu Tage. Ob eine Kosmetiktasche für eine liebe Kollegin, ein Sorgenfresser für die Nichte, eine Halssocke für den Bruder oder eine winzige Pumphose für ein Baby in der Verwandschaft  - auch dafür findet sich bei mir immer ein Rest. Das Problem:  Es sind zu viele - zu viele Restekisten. Ich fürchte, ich habe sogar mehr Reste als Stoffe im Lager:
 
In den Pappkartons mit Deckel sind Reste von Nähprojekten. Sortiert nach Jersey, Baumwolle weiß, Baumwolle farbig und eine Box für diverse Stoffe (Samt, Poly-Gemische, Seide, Viskose, Wollstoffe etc.) 
die beiden offenen Kisten enthalten sehr kleine BW-Reste bzw. BW-Schnipsel:
 
Nicht fotografiert habe ich die Futterreste, Lederstückchen und Jeansteile.
So, das ist meine Bestandsaufnahme. Für mich Motivation genug, jeden Monat was Vernünftiges aus Stoffresten zu machen und zu schauen, wie die anderen mit solchen Überbleibseln umgehen.