Mittwoch, 21. September 2016

Noch ein Wildleder-Fake-Kleid

Aller guten Dinge sind drei.

Und so habe ich einen schon bewährten Schnitt Burda Modell 117 2/2011 noch einmal in Eisblau genäht.
Zum Schnitt habe ich mich hier und hier schon ausführlich geäußert. Der Stoff ist ein Wildlederimitat mit Elasthananteil. Dazu habe ich Stück dunkelblauen Jersey (mit kleinen hellblauen Kreisen) vom Maybachufer kombiniert.



Genäht habe ich diesmal mit einer Microfasernadel - das ging sehr gut, auch wenn sich meine Nähmaschine beim Stofftransport ein wenig schwer getan hat. Das Unterlegen von Seidenpapier beim Nähen blieb mir aber diesmal erspart.
Das Kleid ist ungefüttert (ich trage es immer mit einem Unterkleid) und die Nähte konnten unversäubert bleiben, da nichts ausfranst.




Hier nochmal mein komplettes Kleider-Trio:


Und damit bin ich heute beim MMM dabei, wo Dodo mit einem herrlichen Rock in Lieblingsfarben auf den Laufsteg der gut gekleideten Damen einlädt.



Mittwoch, 7. September 2016

Sommerausklang

Der Sommer hat ja in den letzten Tagen noch mal so richtig losgelegt und so hatte ich doch noch einige Gelegenheiten mein neues Kleid zu tragen. Ich bin also heute beim MMM (der auch im schicken neuen Design daher kommt - schaut gleich mal nach) nach der Ferienpause mit meinem letzten Sommerteil für dieses Jahr dabei.


 Ich hatte mich schon lange in genau dieses Kleid aus der Fashionstyle 5/2015 verliebt und wurde beim Stoffmarkt im Frühling auch fündig. Ein Coupon Viskose: dünn, flattrig und dunkelblau (das wie schwarz aussieht) mit winzigen Vierecken (nein, diesmal keine Punkte).


Ich habe Größe 40 genäht. Allerdings musste ich die Länge des Oberteils um 2 Zentimeter kürzen. Gut, dass ich mich vor dem Nähen mal in der Bloggergemeinde umgeschaut habe. Da bin ich nämlich auf Lucys "Kleid, das aus dem Hausflur kam" gestoßen. Lucy hat diesen Schnitt schon im vergangenen Sommer genäht (die Stoffgeschichte dazu ist ganz zauberhaft) und Taschen eingebaut. Wie cool, ich hätte sicher nicht daran gedacht, da es im Schnitt nicht vorgesehen ist. Jetzt hat mein Kleid aber auch Seitennaht-Taschen.


Das Rockteil habe ich (anders als im Schnitt vorgesehen) in gleichmäßige Falten gelegt und nicht gekräuselt. So trägt an der Hüfte nix auf.


Mit französischen Nähten (erstmals auch beim Einsetzen der Ärmel) habe ich den dünnen Stoff innen gut gebändigt. Die Säume sind handgenäht. Ungefüttert ist es trotz Ärmel ein hochsommertaugliches Teil mit coolem Rückenausschnitt.
Da der Halsausschnitt weit genug ist, habe ich mir das Knopfloch gespart und den Perlmuttknopf aus Großmutters Fundus durch beide Lagen hindurch festgenäht.


Zusammenfassung:
Schnitt: Model 9 FashionStyle 5/2015, Größe 40
Stoff: 1.50 m Coupon Viskose vom Stoffmarkt
Ein schöner Schnitt für den man nur dünne, weich fallende Stoffe nehmen sollte, damit das gekräuselte Oberteil an der Taille nicht zu steif und pludrig wird. 



Die Fotos haben meine beiden Töchter gemacht bei unserem Mädelswochenende in Berlin, wo ich es diesmal auch zum Maybachufermarkt geschafft habe. Nun weiß ich endlich, wovon die anderen immer reden :))













  

Sonntag, 4. September 2016

Veritas 1972

Ich habe ein altes Schätzchen geschenkt bekommen:


Die Veritas ist Baujahr 1972, kommt in einem stabilen Pappkoffer daher und ist noch so ein richtiges "Eisenschwein". Metall und Mechanik gehen eine einfache aber funktionale Verbindung ein. 585,-Mark hat sie seinerzeit gekostet.


Sie hat jahrzehntelang bei der Mutti eines Freundes ihren Dienst getan. Diese näht aber nun nicht mehr und suchte jemand, der vielleicht noch Verwendung dafür hat. So zog die Maschine bei mir ein und ich habe mir im Urlaub einen Vormittag lang Zeit genommen, sie wieder flott zu kriegen.


Problemlos ließen sich alle wichtigen Dreh- und Angelpunkte mit Spiritus reinigen. Anschließend überall ein Tröpfchen Nähmaschinenöl dran und aus dem hackenden Rattern wird ein gleichmäßiges Schnurren,... 


...mit dem ich mich ab sofort durch die 8 Stichwahl-Programme arbeiten kann: 



Beim Zubehör fand ich fünf weitere Füßchen, passende Schraubenzieher und Spulen. Zur Maschine gab es übrigens noch eine herrlich antiquierte, gut bebilderte Anleitung dazu ...




... sowie ein handschriftlich ausgefülltes Garantie-Heft mit Vertragswerkstätten,


außerdem noch reichlich Nähmaschinennadeln (pro Fünferpack übrigens 0,80 DDR-Mark), die auch in die modernen Maschinen passen.


Ja, und dann hab ich losgelegt, Jeans kürzen - ein kleiner Service für die Schwägerin. Und was sag ich, die alte Dame hämmert sich mit  Leichtigkeit und einer Hunderternadel durch sechs Lagen Jeansstoff. Das wird wohl ein längere Freundschaft zwischen uns beiden... 




Mittwoch, 17. August 2016

Schmetterlinge

...von denen nur eine kleines Stück übrig blieb, nachdem ich diesen Maxirock aus dem Chiffon genäht hatte. Aber mit einem dünnen, farblich passenden Stück Polyirgendwas wurde noch ein Blusentop daraus.

Ich habe Größe 38 genäht, aber eine 40 wäre bei der Schulterbreite besser gewesen. Und warum der Ausschnitt so nah am Hals ist, weiß der Teufel... Gut, gibt es noch ein wenig Verbesserungspotential, wenn ich den Schnitt noch einmal nutze. Ansonsten war es ein schnelles und unkompliziertes Teil. Am längsten haben die französischen Nähte gedauert. Doch das lohnt sich, da der dünne Stoff sich sonst nicht besonders gut versäubern lässt.


Ich habe auch mal die Kombination mit meinem Maxirock probiert - als Maxikleid sozusagen, aber das geht so wohl nicht...



...oder nur in Ferienlaune am Ostseestrand. Für den Alltag ist mir das zu viel Schmetterlingsgeflatter. Und so trage ich beide Teile doch lieber getrennt.


Zusammenfassung:
Schnitt: Rock: Modell 6 aus NähStyle Nr. 59 (Sommer 2016)
             Blusentop: Modell 112 aus Burda 4/2011
Stoff: Schmetterlings-Chiffon von Buttinette (10€/m)

Die Fotos sind an der polnischen Ostsee in Sopot entstanden.

Und weil ich schon die ganze Zeit mal bei den 12 Letters of Handmade mitmachen wollte, verlinke ich dort, weil der Buchstabe im August das S ist: S wie Schmetterlinge, Sommertop, Seeluft und Sopot.

Dienstag, 9. August 2016

Gut verstaut und verankert

Nie hätte ich gedacht, dass mir 40 Jahre nach meinem ersten Turnbeutel (der damals tatsächlich nur Sportsachen beherbergte) dieses Teil plötzlich wieder zigfach über den Weg läuft. Ganz zu schweigen von der Begeisterung meiner Kinder dafür. So habe ich bereits im vergangenen Jahr ein schlichtes schwarzes Ding für den Sohn genäht und einen Geburtstagsnähnachmittag mit Teenies veranstaltet, wo unter anderem  dieser schon ein bisschen abgeliebte Beutel meiner Jüngsten entstand:
Als zu Ferienbeginn ein Mitbringsel für eine Freundin der Tochter gesucht wurde, entstand der nächste "Gymbag" (von dem es leider kein Foto gibt) und schließlich haben wir dann gleich weiter gemacht mit einem neuen Model für den Ostseeurlaub.
Also hat meine Tochter den Stoff beim Möbelschweden ausgesucht, sich eine passende Applikation überlegt und eine entsprechende Schablone dafür ausgeschnitten und nach kurzer Einweisung an der Nähmaschine einfach losgelegt.
Übrigens eignen sich Hosenbeine von ausrangierten Jeans perfekt als unempfindliches, stabiles, farblich abgesetztes Unterteil. Für ein wenig mehr Übersicht bekam der Beutel innen noch eine Tasche mit Druckknopf.
Im Urlaub war er dann jeden Tag mit der stolzen Besitzerin unterwegs:


Das Turnbeutelnähfieber hat auch andere gepackt. Das könnt Ihr zum Beispiel bei Birgit, Julia und Milan sehen.

Verlinkt bei Creadienstag
    

Mittwoch, 6. Juli 2016

Tänzerinnenkleid

Vor einigen Wochen habe ich hier auf dem Blog meine Stoffmarktschätze vorgestellt. Vielfach bewundert wurde dieser Coupon mit einem Tänzerinnenmotiv im Stil von Edgar Degas.
Klar war, der Stoff braucht einen schlichten geraden Schnitt ohne viele Einzelteile. Ich habe mich für dieses Modell aus der Fashion-Style 2/2016 entschieden.

Wie aber nun die Tänzerinnen verteilen? Ich habe lange hin und her geschoben und schließlich jedes Teil (auch bei den Ärmeln) einzeln zugeschnitten.
Nachdem ich auf einem Reststück eine Probenaht gemacht hatte, merkte ich, dass dieser Stoff kein Auftrennen verzeihen würde. Also habe ich das komplette Kleid geheftet und erst nach Anprobe und geringfügiger Korrektur der Brustabnäher und der Weite (von der Taille abwärts ca. 2 Zentimeter schmaler an jeder Seite) mit der Maschine genäht. Gefüttert ist es mit einem wollweißen Wirkfutter. Eigentlich hatte ich ein (edleres) hellgraues Viskosefutter dafür gekauft. Doch da der Kleiderstoff einen Elasthananteil hat, sollte auch das Futter etwas nachgeben und da habe ich dann der Viskose nicht getraut.

Und weil dieser Stoff von Anfang an eine Diva war, zickte er auch bei den Säumen rum. So sahen meine handgesäumten Ärmel nach dem ersten Versuch aus:
Ich klagte Julia (sewing galaxy) mein Leid und schickte ihr die Bilder. Und nachdem ich ihre Ratschläge befolgt und alle Säume mit hauchdünnem Nylonfaden, in größeren Abständen und ganz locker als Blindsaumnaht gearbeitet hatte, sah das gleich ganz anders aus:
Nun kommen die Tragebilder. Premiere hatten die Tänzerinnen am Montag beim runden Geburtstag meiner Freundin.


 Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 7 Fashion Style 2/2016
Stoff: Baumwollsatin mit Elasthan vom Stoffmarkt (34€/Rapport)
Unkomplizierter Schnitt, bei dem Muster-Rapporte und Drucke super zur Geltung kommen)
Fotos: die Tochter

Und nun verlinke ich beim MMM, wo Nina mit einem zauberhaft schwingendem Kleid die Selbernäherinnen einlädt.