Donnerstag, 16. Februar 2017

Kleines Schwarzes oder das "Schuh-Kleid"


Zuerst waren die Schuhe da, und zwar diese:
Mein Mann kaufte sie mir, obwohl ich permanent gegen gehalten habe, dass ich doch dazu nix Passendes anzuziehen hätte. Schließlich fand sich in meinem Kleiderschrank dann doch eine schwarze weite Hose, mit der ich die raffinierten Pumps schon einige Male ausgeführt habe.
Aber eigentlich brauchen diese Schuhe ein Kleid. Um genau zu sein, ein kleines Schwarzes - schmal, schlicht, elegant.
Schon vor einigen Monaten kaufte ich in Hamburg den leicht glänzenden Stretchsatin dafür. Zwar ist der Poly-Anteil ziemlich hoch, aber der Stoff hat auch etwas Stand und lies sich wunderbar verarbeiten. Im Zuge des Weihnachtskleidnähens habe ich das Projekt angefangen, bin aber erst in der vergangenen Woche mit den letzten Handstichen fertig geworden.
Nach einigem Hin und Her habe ich mich für Modell 115 aus Burda 10/2009  Größe 40 (ohne Gürtel) entschieden. Durch die vielen Längsnähte lässt sich der Schnitt sehr gut anpassen.

Allerdings habe ich alles erst geheftet - bis auf den Reißverschluss. Den habe ich gleich als zu Beginn richtig ordentlich mit der Maschine eingenäht.
Letztlich habe ich nur ganz wenig in der Taille weggenommen und unter der Brust angepasst. Den Ausschnitt habe ich um ca. 1,5 cm an jeder Seite verschmälert, nach oben hin zur Schulternaht auslaufend.

Da Burda-Ausschnitte oft recht groß/weit/tief sind, habe ich bei der ursprünglichen Version befürchtet, dass die BH-Träger seitlich hervorschauen. Das passiert jetzt nicht und trotzdem ist die besondere Ausschnittform noch zu erkennen.

Die kleinen Ärmel haben meine Geduld mal wieder arg strapaziert. Ich bekam die Weite der Armkugel nicht im Armausschnitt verteilt, ohne dass Falten blieben und ein Puffärmel entstand.


Nach dem zweiten Heraustrennen habe ich dann in der technischen Zeichnung gesehen, dass die Ärmel nur beim Vorderteil genau auf die Teilungsnaht treffen. Hinten enden sie ca. 2cm darunter. Gibt ja auch eine Markierung im Schnittteil, die ich allerdings übersehen hatte. Alles klar - beim dritten Versuch passten die Ärmel endlich, ohne Falten zu schlagen. Also ich und Ärmel und Nahtzeichen...
Vorderteil
Rückenansicht
Was gibt es noch zu sagen? Das Kleid ist komplett gefüttert und den Saum habe ich mit der Hand genäht.
Den großen Auftritt hatte das kleine Schwarze zusammen mit den Schuhen schon am vergangenen Wochenende - da gab es nämlich die letzte Party vor dem 50. Denn mein Geburtstag ist eigentlich erst heute - und so kann ich zum MMM noch mal ganz passend mein Jubiläums-Outfit präsentieren: 

Lange habe ich ja mit dieser Geburtstagszahl gehadert. Aber inzwischen fühle ich mich sehr wohl, reif und weiblich und sage mir immer, die Alternative (nämlich nicht 50 zu werden) ist auch keine Lösung...
Ich freue mich auf das, was künftig noch kommt und mache was daraus!
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 115 aus Burda 10/2009 in Größe 40
Stoff: Stretchsatin (20€/Meter)
          Futter Neva-Viscon (12€/Meter)
Den Schnitt kann ich uneingeschränkt empfehlen, geändert habe ich nur den Ausschnitt, der mir im Original zu breit/offenherzig war.
Fotos: die große Tochter im Festsaal eines kleinen zauberhaften Schlosses im Nachbarort

Zum Schluss habe ich (passend zum Geburtstagsthema) hier noch Frank Ramond für Euch - mit dem zauberhaftesten Lied, das je für eine Frau Ü45 geschrieben wurde:


Dienstag, 7. Februar 2017

Graue Tante Hertha

Schon ganz lange will ich ein bequemes Shirt nach dem Schnittmuster "Tante Hertha" von echtKnorke nähen.

Es gibt sehr viele schöne Beispiele davon im Netz. Und das Teil ist wirklich schnell genäht. Keine Ahnung, warum das Schnittmuster so lange in meinem Nähzimmer vor sich hin schlummerte, obwohl seit dem letzten Stoffmarkt im Oktober auch ein graugestreifter Strick-Jersey (mit zwei schönen Seiten) bereit lag. 
Eigentlich war "Hertha" für mich gedacht, doch dann probierte die Tochter das noch ungesäumte Shirt, erklärte mir kurz, wie lang sie es gern hätte und weg war es...


Was soll's, das Kind ist glücklich und 1,5m vernähter Stoff passt gut in meine Stoffdiät-Statistik. Und nun mache ich halt noch ein Shirt - für mich.
Verlinkt mit Creadienstag

Zusammenfassung:
Schnitt: "Tante Hertha" in Größe 38 von echtKnorcke
Stoff: Woll-Jersey (Doubleface) vom Stoffmarkt (18€/m)
Ohne Änderungen sehr schnell genäht - sicher auch ein Erfolgserlebnis für Nähanfänger.



Dienstag, 24. Januar 2017

Patchworkdecke aus blauen Resten

Im Winter finde ich es hin und wieder ganz entspannend, mal nur mit kleinen und größeren Stoffvierecken zu arbeiten. Und so habe ich schon im November die blauen BW-Reste zusammengesucht und angefangen, insgesamt 40 Blöcke á 20x20cm zu nähen.


Die Decke ist 1,30m breit und 2,00m lang geworden.

Für die Verbindungsstreifen wollte ich Anfang Januar einen farblich zurückhaltenden Stoff in Beige oder Taupe bestellen. Aber da wusste ich ja schon, dass ich bei Frau Küstensockes Stoffdiät mitmachen will und habe im Fundus die gelbe Baumwolle entdeckt und mich für einen Kontrast entschieden.
Vernäht habe ich auch ein paar alte Schätzchen, wie dieses Stück eines hellblauen Bettlakens. Das war Bestandteil meiner "Aussteuer" und wurde von meiner Oma Anfang der 80er Jahre mit dem Anfangsbuchstaben meines Vornamens bestickt. Die kleinen Vierecke in Dunkelblau mit weißen Linien sind auch ein wildes 80er-Jahre-Design:
...oder dieser "Retrostoff" mit Schiffchen aus den 70er Jahren: 
Für die Rückseite habe ich allerdings neuen jeansblauen Fleece gekauft. Dann blockierte ich für längere Zeit das Bad. Der Fliesenboden erwies sich als tauglich, um beide Teile glatt aufeinander zu legen und gleich an Ort und Stelle mit großen Heftstichen miteinander zu verbinden.

Beim Nähen hat mir dann meine 45 Jahre alte Veritas gute Dienste erwiesen, denn der Stoffdurchlass ist ordentlich groß. Nur das Licht war ein bisschen funzelig...
Und weil noch ein paar zugeschnittenen blaue Teilchen übrig waren, gab es noch ein Kissen dazu. Das alles ist ein Geschenk für meine liebe Nachbarin, die vor ein paar Tagen einen runden Geburtstag feierte. Und weil es so schön passt, verlinke ich heute mit dem Creadienstag.



Sonntag, 22. Januar 2017

Stoffdiät 2017

 Als Küstensocke zum gemeinsamen Stoffabbau aufrief, war klar, das ist eine Aktion für mich. Und das sind die Vorräte in meinem Stoffschrank:
Eine konkrete Bestandsaufnahme ergab insgesamt  87 Meter, die sich so zusammensetzen:
Jersey-, Sweat- und Strickstoffe: 20 Meter
Webstoffe für Kleider, Röcke und Blusen: 27 Meter
besondere Stoffe, wie Pailettenstoff (0,65x1,00m) 
 und elastische Spitze (insgesamt 1,30m)
12 m Futterstoffe und Futter-Reste (in der Box), mit denen sich aber gut z.B. Taschen füttern lassen.
20 m Deko- und Baumwollstoffe
                                     
Was ich zum Glück kaum habe sind Mantel- und Jackenstoffe (2 Meter).
Dafür hatte ich mal eine "Fleece-Phase" (die Fußbälle sind mindestens 12 Jahre alt), aus der dieser Stapel stammt und 4 m in die Bilanz einbringt:
Dann gibt es noch eine halbe Kiste mit Patchwork- und bunten BW-Stoffen (weniger als 30cm pro Stück). Das ist aber ok, denn für kleine Täschlein, Sorgenfresser oder Kissen kann ich die hin und wieder gut gebrauchen.
Was ich allerdings genauso nervig finde, wie Monika sind diese drei Kisten mit Resten von größeren Nähprojekten die für nix Komplettes mehr taugen (also 50 cm oder weniger).
Ich kann sie einfach nicht weg tun, bin aber auch kein großer Freund von zusammengesetzten Shirts oder Kleidern o.ä. Was machen eigentlich die ganzen Vielnäherinnen mit ihren Resten???

Kein Problem habe ich mit der Menge der Schnittmuster, da ich Nähzeitschriften nur sporadisch kaufe (und das auch weiter tun werde). Die passen bei mir noch in diese 5 Holz-Ordner.

Nun wollen wir uns jeden zweiten Monat bei Küstensocke treffen und gemeinsam die Stoffberge abbauen. Im Januar geht es um unsere Ziele und Ideen - meine sehen so aus:

1. bis Mai werde ich keinen neuen Stoff mehr kaufen (dann werde ich weiter sehen)
2. für folgende Projekte habe ich schon Stoff aus dem Lager eingeplant:
    ein Kleidchen für die Nichte
    zwei Oberteile nach Schnitt "Tante Hertha"
    großes Stück aus dem Dekostoff-Stapel für eine Patchworkdecke verwenden
    schlichtes ärmelloses Oberteil aus dem Paillettenstoff
    zwei weite schwingenden Röcke (mit Blick auf den Frühling)
   
Um auch unterwegs immer wieder an die Stoffdiät erinnert zu werden, habe ich mir im Handy ein Memo angelegt, wo ich die vernähten Stoffmeter erfasse.

Also gehen wir es gemeinsam an. Wer noch Lust hat, mitzumachen, sollte hier bei Küstensocke vorbeischauen.






Mittwoch, 11. Januar 2017

Lieblingsstücke 2016

Es kommt bei mir nur sehr selten vor, dass ich einen Schnitt mehrfach nähe, aber bei meinen Wildlederfake-Kleidern habe ich es getan - Lieblingsstücke halt:

Es sind einfach alltagstaugliche Sommerteile in schönen Farben und durch den legeren Schnitt unkompliziert und locker zu tragen, trotzdem nicht sackig. Ein Griff in den Kleiderschrank, dazu Sandalen, Ballerinas oder Pumps und ich fühle mich immer gut angezogen. Hier seht ihr nochmal alle drei an der Frau:

 
 
 

Zuletzt ist das blaue Kleid entstanden. Über Schnitt und Verarbeitung habe ich hier ausführlich geschrieben.
Mein schönstes Stück ist aber dieses  Tänzerinnen-Kleid. Wegen des ungewöhnlichen Stoffes nichts für den Alltag, aber ich habe es in die Oper, zu einer größeren Sommergeburtstagsparty und zum Tanzen getragen. Überall gab es Komplimente.

Auch diesen Burda/easy-Schnitt habe ich zweimal verarbeitet und liebe beide Jacken sehr. Die wärmere trage ich jetzt fast täglich und die andere ist für die herbstlichen und frühlingshaften Übergangszeiten perfekt (auch wenn es auf dem Foto sehr winterlich aussieht). Hier und hier könnt Ihr noch etwas mehr erfahren.
Viele tolle Lieblingssachen aus dem Näh-Jahr 2016 findet Ihr heute auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Dort lädt das ganze Team ein, Rückschau zu halten.

Dienstag, 3. Januar 2017

Tochterbluse

Diese karierte Bluse ist jetzt fertig geworden. Ein Wunsch der jüngsten Tochter, die sich auch den Stoff ausgesucht hat.
Erst das zweite Mal überhaupt habe ich mich an solch ein kleinteiliges Kleidungsstück gewagt. Kragen, Steg, Manschetten und die vielen Knopflöcher, meine Güte.


Vielleicht sollte ich auch den Kragen noch absteppen? Der Stoff ist ein wenig störrisch, was das Bügeln betrifft.
Das Karomuster des Stoffes war für mich einerseits eine Herausforderung. Beim Zuschnitt habe ich mich sehr konzentriert. Es hat aber das Nähen auch erleichtert - zum Beispiel, um die Knopflöcher präzise in einer Linie zu platzieren.
 Allerdings habe ich mit einem reichlichen Meter zu knapp kalkuliert, so dass der Stoff nicht mehr für Brusttaschen und die doppelte Passe reichte. Bei Letzterer habe ich innen mit einem schwarzen Reststück gearbeitet.
Genäht habe ich Modell 8 aus Ottobre H/W2013, Größe 36, die ich zur Taille hin auf 34 verkleinert habe. Zwei Abnäher im Rücken bringen die Bluse in Form. Auf die vorderen Längsabnäher habe ich verzichtet, da die Tochter mit der Passform sehr zufrieden war.