Donnerstag, 19. April 2018

Halma-Bluse

An ein Halma-Spielbrett habe ich tatsächlich als erstes gedacht, als ich beim Stoffekontor in Leipzig diesen italienischen Baumwollstoff sah.

Unwiderstehlich leicht und luftig und so habe ich mir 1,30m von dem teuren Stöffchen gegönnt. Bei der anschließenden Suche nach einem schlichten Schnitt bin ich schnell bei diesem FashionStyle-Top gelandet: Modell 9 aus 4/2017. 
Quelle: FashionStyle
Das ist doch kein Zufall? Ich hatte doch tatsächlich genau den Stoff gekauft, der hier vernäht wurde - wenn das kein Zeichen ist...
Quelle: FashionStyle
Schnell genäht, mit ordentlichem Beleg versäubert und mit französischen Nähten,  bin ich sehr glücklich mit dem Teilchen.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Den Ausschnitt finde ich ein wenig zu breit und würde ihn beim nächsten Mal etwas schmaler machen, da ich es nicht leiden kann, wenn der BH-Träger rausblitzt. 

Hier seht ihr die schöne Faltenlösung im Vorderteil noch einmal nah und das kleine Perlmuttknöpfchen, welches mich an meine Oma erinnert, da es aus ihrem unerschöpflichen Fundus stammt.
Ich sehe gerade, dass sind keine Flecken da links, sondern Knospenblätter von der Felsenbirne...
Und nun raus mit dem Blüschen in diesen sommerlichen Frühling, der sich gerade unglaublich ins Zeug legt.
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 9 aus FashionStyle 4/2017, Gr. 40, Vorderteil leicht gekürzt
Stoff: feine BW vom Stoffekontor Leipzig (34€ pro Meter)
Fotos: die Tochter
Verlinkt mit RUMS


Dienstag, 10. April 2018

Tierische Baby-Patchworkdecke

Einfach nur zauberhaft fand ich ein Paneel mit den Waldtieren. Ich habe daraus eine Decke für meine Freundin gemacht, die vor fünf Wochen zum ersten Mal Oma wurde.

Die Tierbildchen habe ich auseinandergeschnitten, neu sortiert und mit Stoff aus dem Fundus ergänzt. Die Decke ist ganz klassisch dreiteilig und besteht aus Top, einem mitteldicken Volumenvlies und einer gelben einfarbigen Rückseite (auch aus meinem Vorrat). Gequilltet wurde nur entlang der gelben Verbindungsstücke, da ich nicht über die Bilder drüber nähen wollte.

Zwei kleine Bildchen waren übrig. Eines habe ich mit Name und Geburtstag des Enkel-Mädchens bestickt und mit der Hand auf der Rückseite der Decke aufgenäht.
Das andere Bildchen ziert ein Kissen, eine  passende Paspel fand sich auch noch.
 
Und heute gehen Decke und Kissen per Post zu den stolzen Großeltern.
Verlinkt mit Creadienstag.

Mittwoch, 4. April 2018

Hosen-Angst überwunden

Ich habe tatsächlich bisher erst eine tragbare Hose genäht (vor vielen Jahren unter Anleitung) und danach keinen Bock mehr auf dieses Kleidungsstück gehabt. Vielleicht auch, weil mir Kaufhosen eigentlich recht gut passen. Doch dann hat mir dieser kleingemusterte Stoffcoupon im vergangenen Herbst direkt am Verkaufsstand gesagt, dass er unbedingt eine Zigarettenhose werden will. Et voilà, da ist sie:

Quelle: BurdaStyle
Quelle: BurdaStyle























Ich habe das Modell 111 aus der März-Burda 2018 in Größe 40 genäht und es mir mit den Reißverschlusseinsätzen und der Paspeltasche auf dem Po nicht gerade einfach gemacht.

Aber ich liebe ja inzwischen solche nähtechnischen Herausforderungen und bei einem wunderbaren Nähwochenende mit Gleichgesinnten konnte ich auf Hilfe hoffen... Außerdem bietet Burda zu diesem Modell einen Bildernähkurs an, dem ich sehr gut folgen konnte. Den seitlichen Reißverschluss habe ich weggelassen, da es reicht, zum Anziehen die beiden vorderen Reißverschlüsse zu öffnen. Bei Burda sind die nur zur Deko da.
 Nun, wenn ich die Fotos von hinten so sehe, bin ich mir nicht so sicher, ob alle Falten da wirklich hingehören... Ich habe es wohl trotz einer leichten Anpassung für einen flachen Po nicht ganz hinbekommen. Da ist also noch Luft nach oben. Wichtig war für mich, dass ich meinen Hosen-Horror überwunden habe - eine nächste ist schon in Planung. Tragbar ist diese Hose für mich auf jeden Fall am liebsten mit Pumps. Es geht aber auch lässiger mit Sneakers:
Nun freue ich mich bei endlich frühlingshaften Temperaturen beim MMM dabei zu sein, wo heute Nina in einer sehr coolen Hosen alle Selbernäherinnen zur Modenschau einlädt. Und weil meine Hose aus der März-Burda ist, verlinke ich noch bei Sandra (Zufall, wenn's klappt!), die alle März-Favoriten sammelt. 
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 111 aus Burdastyle 3/2018, Gr. 40 mit Anpassung für flachen Po
Stoff: BW-Stretch vom Stoffmarkt (10€ pro Meter)
Fotos: die Tochter

Montag, 2. April 2018

Teure Tücher aus der Lausitz

"Teure Tücher - Meterware aus der Oberlausitz" - das ist der Titel einer halbstündigen Dokumentation, die morgen Abend 20.45 Uhr im MDR läuft.
Ich lege sie allen ans Herz, die sich über das Nähen hinaus für traditionelle und moderne Textilproduktion made in Germany interessieren. Es geht um Frottee, Cord und vor allem um Damast.
Dass der nicht nur als Tisch- oder Betttuch glänzt, beweist das Modelabel GERMENS aus Chemnitz. Sie ordern bei der Firma Damino in Großschönau feinen Damast für ihre extravaganten Herrenhemden und setzten designmäßig mit ungewöhnlichen Mustern und kräftigen Farben noch eins drauf:
Eisschnellläufer Nico Ihle trägt ein Hemd des Designers René König (rechts). Sein Modeatelier GERMENS verarbeitet ausschließlich Stoffe aus der Oberlausitz. (Quelle MDR/Werkblende)
Seit 350 Jahren wird in der Oberlausitz Damast gewebt - dies ist der letzten funktionierende Damast-Handwebstuhl im Museum Großschönau. Im 17.Jahrhundert musterten und webten die Arbeiter rund anderthalb Jahre an einem großen Tischtuch, welches zum Beispiel der sächsische Kurfürst für seine Tafel am Dresdner Hof orderte.
Quelle: MDR/Werkblende
Die Familie von Katrin Tröger stellt seit den 70er Jahren in ihrer kleinen Privatweberei in einem Umgebindehaus in Eibau exklusive Einzelstücke nach Kundenwunsch her.
Quelle MDR/Werkblende
Musterentwerferin zu DDR-Zeiten...
Quelle:Damino GmbH

Wen es also mal in die Oberlausitz ganz im südöstlichen Zipfel der Republik verschlägt, der sollte in der Gegend um Großschönau, Neugersdorf und Eibau nach feinen Stoffen Ausschau halten, denn die größeren Betriebe bieten fast alle auch einen Werksverkauf an. Außerdem empfehle ich das Damast- und Frottiermuseum in Großschönau. Und alle anderen können ja beim MDR reinschauen: "Teure Tücher" am 3.April 2018 um 20.45 Uhr. Hier noch der Link zum Film in der MDR-Mediathek.


Sonntag, 25. März 2018

Nähwochenende und Nadelparkplätze

Es ist schon erstaunlich, wo überall Nadeln geparkt werden. Ich habe mal ganz unterschiedliche Aufbewahrungsmöglichkeiten mit der Kamera eingesammelt.Das reicht vom feingeschliffenen Edelthron aus Kirschholz (mit eingebautem Magnet) bis hin zur unförmigem schwarzen Filzbeule (die übrigens mir gehört):


Entstanden sind die Fotos bei einem wunderbaren Nähwochenende Mitte März.
Schon zum zweiten Mal trafen sich 13 Näh-Feen am Fuße der märchenhaften sächsischen Rochsburg. Im Muldenschlößchen direkt gegenüber wurden wir zweieinhalb Tage lang bestens umsorgt, während der Schneesturm eisig durchs Tal fegte. Hat uns aber so gar nicht gestört. Denn das Wichtigste war ein klar strukturierter Tagesablauf: Frühstück - Nähen - Mittagsimbiss - Nähen - Abendbrot - Nähen - Nähen - Schlafen und dann ging es wieder von vorne los.

Dieses unbekümmerte Vor-Sich-Hin-Arbeiten ohne anderweitige Verpflichtungen haben wir sehr genossen. Denn alle nähen doch ansonsten eher zwischen Familienalltag und Haushaltspflichten, Job und Waschmaschine, Mutti- und Oma-Taxi-Touren, Gassi-Gängen, Küchen- und Gartenarbeit... 

Ich habe eine Hose geschafft von der es demnächst Tragebilder gibt und meine Freundin Kira sogar einen kompletten Anzug:


Organisiert wurde dieses wunderbare Wochenende durch Doreen (Wolleliese), die zugleich auch für Nervennahrung in Form von Nähmaschinenkeksen und Eierlikör sorgte.
                      
Ich weiß allerdings gar nicht, warum meine Flasche schon am ersten Abend alle war... Trotz alkoholischer Genüsse ist außer der Hose noch eine hochsommerliche Bluse fertig geworden:

Und ich habe bei dieser Gelegenheit die kollektive Näherfahrung genutzt, um meine erste verdeckte Knopfleiste zu nähen - für eine Bluse oder ein Hemdblusenkleid. Die beim Zuschnitt gewählte Länge lässt beide Möglichkeiten offen. Und ich werde sehen, was mir besser gefällt. 
So, nun mache ich erstmal weiter mit Hemd-Blusen-Kleid-Libellen, damit ich bald das fertige Teil zeigen kann.
 

Donnerstag, 15. März 2018

Stoffdiät - Gruselstoffe

Ich  habe für meine Verhältnisse ordentlich was genäht im Januar und Februar: 13,00m Stoff wurden zu zwei Decken, drei Röcken (hier, hier und hier), einer Shorts und zwei Oberteilen. Eines davon ist aus einem coolen Karo-Jersey und für die Tochter:

Eine der beiden Decken - das Top ist inzwischen fertig - sie bekommt noch einen Extra-Post
Allerdings habe ich auch wieder gekauft und mein Lager mit 10,40m aufgefüllt. Also doch nur ein realer Stoffabbau von 2,60m. Nun ja, ich mühe mich redlich...
Beim heutigen Update (angeführt von Frau Küstensocke) geht es neben der Zwischenbilanz aber um unsere "Gruselstoffe". Das ist ja immer auch Geschmacks- und Typsache. Was für den einen ein schrecklicher Stoff ohne jegliche Inspiration ist, kann für den anderen genau das Stück sein, welches "spricht" und unter der Nähmaschine ein feines Teil wird. Richtig schlimme Lagerbestände habe ich gar nicht mehr, da ich zu Beginn der Stoffdiät Anfang 2017 schon einiges verschenkt und weggetauscht habe.
Aber vier, für meinen Geschmack schwierige Kandidaten, habe ich doch noch gefunden.
Da wäre dieser Chiffon mit Farbverlauf:

 

Eigentlich eine schöner Stoff, doch diese Rot-Lachs-Blau-Mischung ist irgendwie nicht meins. Auch über einen Maxirock habe ich schon nachgedacht, doch dafür gibt es dann wieder keine Oberteile in meinem Schrank...

Diese ebenfalls sehr dünne (durchsichtige) und außerdem dehnbare Viskose-Polymischung war ein Online-Fehlkauf und liegt bestimmt schon 8 Jahre hier rum: 
 
Immer wenn es Frühling wird drehe ich den Stoff hin und her, aber er bleibt stumm und auch mir fehlen die Worte und Ideen.
Diesen Baumwoll-Stretch habe ich erst seit dem Stoffmarkt im vergangenen Sommer:
Warum ich aber diese Farbe (unfotografierbar - irgendwas zwischen Grau/Grün/Braun) gekauft habe, ist mir heute ein Rätsel. Aber ich habe beschlossen, das wird jetzt eine Hose - und zwar ein Probeteil, da ich bisher fast gar keine Hosennäherfahrungen habe.

Und hier habe ich mich vor einigen Jahren im Material völlig vergriffen:
Ein Polytierchen von der ziemlich schlimmen Sorte, zwar weich im Fall, aber er knistert schon beim Hinschauen und "klebt" total. Nein, daraus möchte ich heute kein Sommerkleid mehr haben.

Und das war sie schon, die "Geisterbahntour" durch die Untiefen meines Stoffschrankes. Jetzt gehe ich mal schöne Stoffe zuschneiden, denn ein geselliges Nähwochenende steht an und ich will eine Hose und zwei Oberteile schaffen... gut für die Stoffbilanz. Ich werde berichten.